"Der Segen der Einheit weilt noch immer unter uns und, oh! Was für ein Segen! Im Vergeleich dazu erscheint alles nichtig.... Dies ist der wahre Geist des Ordens; der wahre Geist der Barmherzigkeit, der auf uns herabströmt."

Verehrungswürdige Catherine McAuley

Das Leben in Gemeinschaft ist ein wesentlicher Teil des Lebens jeder Barmherzigen Schwester. Als Ordensgemeinschaft schöpfen wir aus unserem Leben in Gemeinschaft Kraft und Ermutigung. Wir schätzen unser "Vermächtnis der Einheit und Liebe" ("the legacy of union and charity") sehr, da dieses die Gesinnung ist, aus der wir unser geweihtes Leben und unser Leben als Dienst erfüllen. Unsere Konstitutionen sagen: "Das Vermächtnis der Einheit und Liebe, das dem Institut der Barmherzigkeit von seiner Gründerin hinterlassen wurde ist sein herausfordernstes Erbe. In Erinnerung an das Gebet Jesu zum Vater: 'Alle sollen eins sein...wie wir eins sind...damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast', gibt die Verehrungswürdige Catherine zu erkennen, dass das Institut dazu berufen ist die trinitarische Einheit der Göttlichen Personen abzubilden und dass die Vervollkomnung von Liebe und Einheit die unersetzliche Bedingung für eine effektive Evangelisierung darstellt." (Konstitutionen, 56) Diese Verbundenheit wird durch die gemeinsame Tradition, gemeinsames Arbeiten, einen ausgewogenen Tagesablauf und eine gemeinsame Geisteshaltung genährt. Der Tagesablauf legt die Zeiten des gemeinsamen Gebetes, der gemeinsamen Mahlzeiten, der gemeinsamen Arbeitsprojekte und der Rekreation fest.

Sofern dies möglich ist, sind unsere Schwestern in einem gemeinsamen Ordensapostolat tätig, wie beispielsweise in unseren "Mercy Health Care Clinics" in Alma, Michigan; Jackson, Minnesota; und in Breuberg, Deutschland. Einige unserer Schwestern lehren zusammen in Priesterseminarien oder in Grundschulen, andere arbeiten zusammen in Krankenhäusern. Auch die Aufrechterhaltung unserer Konvente wird durch gemeinsames Arbeiten, wie Hausarbeit, Landarbeit und Kochen, bewerkstelligt. Die Verehrungswürdige Catherine stellte sich ihre Konvente als ein zu Hause und nicht als Institution vor.

Die Verehrungswürdige Catherine betonte als Mittel der Herzensbildung ihrer Schwestern die Einübung der "Kleinen Tugenden", mit dem Ziel, dass sie in ihrem Apostolat und in ihrem gemeinschaftlichen Leben barmherzig sein können. Diese kleinen Tugenden sind: Demut, Güte, Einfachheit, Geduld, Vertrauen, Sanftmut, Höflichkeit und Langmut.